Recycling als Wunderwaffe?

Trennung, Recycling, Weiterverwendung. In Deutschland fallen jeden Tag große Mengen Müll an, großteilig Plastik. Doch wer fleißig Mülltrennung betreibt, weiß dass es für Plastik eine besondere Entsorgung gibt: Den gelben Sack. Und der Großteil des Inhalts vom gelben Sack wird recycelt, oder nicht? Wir haben uns diesen Mythos genauer angeschaut. 

Müllmengen in Deutschland 

Deutsche Haushalte erzeugen jede Menge Müll. Genauer gesagt ca. 38 Millionen Tonnen pro Jahr. Das sind pro Kopf knapp 455 Kilogramm Müll also auf 365 Tage im Jahr mehr als ein Kilogram Müll pro Tag pro Person. Das ist ganz schön viel! Und wenn du jetzt denkst, dass du da auf jeden Fall nicht dazu gehörst, dann überleg nochmal ganz scharf, ob das wirklich stimmt. Was hat wohl der Pizzakarton gewogen? Oder die Plastikverpackung vom Aufstrich? Wenn wir genauer hinschauen, merken wir häufig erst, dass wir selbst Teil des Problems sind. 

Laut einer Studie des Umweltbundesamts gab es im Jahr 2018 tatsächlich insgesamt 19 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle. Umfasst wurden hier Glas, Kunststoff, Papier, Aluminium, Weißblech, Verbunde, Stahl aber auch Holz. Die Hälfte dieses Aufkommens kann der Industrie und Gewerben zugeordnet werden, die andere Hälfte also immer noch ca. 9,5 Millionen Tonnen erzeugen Privathaushalte. Seit dem Jahr 2010 ist dies ein Anstieg von ca. 20%!  

Nur 17% landen im Recycling

Nur ca. 17% des anfallenden Plastikmülls wird wirklich recycelt. Der Rest wird verbrannt oder ins Ausland verschifft. Aus den Augen, aus dem Sinn. Die offiziellen Recyclingquoten Deutschlands liegen bei über 40%, doch auch verschifftes Plastik gilt in diesen Rechnungen als recycelt. Der Gedanke dahinter ist einfach, Müll gilt ab dem Moment wo es an ein Recyclingunternehmen abgegeben wurde als recycelt. Doch da es in vielen Zielländern gar keine Infrastruktur dafür gibt, landen große Teile unseres Mülls auf ausländischen Deponien oder werden verbrannt. 

Langlebig und qualitativ hochwertig zu kaufen, senkt die Müllbilanz.

Besser kein neuen Müll produzieren

Besser als sich auf das Recycling des Landes zu verlassen, ist es gar nicht erst so viel Müll zu produzieren. In Unverpackt-Läden einzukaufen ist eine gute Möglichkeit Abfall zu reduzieren. Langlebige Produkte zu kaufen wirkt sich außerdem positiv auf die eigene Müllbilanz aus. Der Verzicht auf To-Go Produkte und der Kauf von verpackungsintensiven Produkten helfen zusätzlich. 

Übrigens wusstest du, dass unsere Tücher alle in Papierkartons aus recyceltem Material bei dir ankommen? Die kannst du ganz einfach weiterverwenden oder über das Altpapier entsorgen. Da wir auf übermäßige Etiketten und Co. verzichten, eignen sich diese nämlich tatsächlich fantastisch zum Recycling! 

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